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Elementor vs. WPBakery: Lohnt der Wechsel vom alten Builder?

Elementor vs. WPBakery: Lohnt der Wechsel vom alten Builder?

Die meisten Menschen, die diesen Vergleich suchen, haben sich WPBakery nicht ausgesucht. Es kam mit einem Theme mit, das sie vor sechs oder acht Jahren auf einem Marktplatz gekauft haben — damals hieß es noch Visual Composer und war beim Kauf einfach dabei.

Jetzt ist die Seite in die Jahre gekommen, das Bearbeiten fühlt sich zäh an, und irgendwo steht die Frage im Raum, ob man wechseln sollte.

Ich beantworte diese Frage regelmäßig. Die ehrliche Antwort ist differenzierter als „ja, sofort“.

Elementor und WPBakery gegenübergestellt

Erst die Begriffsverwirrung aufräumen

Das stiftet bis heute Chaos, also kurz sortiert:

  • WPBakery Page Builder ist der Builder, der früher Visual Composer hieß und in unzähligen ThemeForest-Themes steckt. Er arbeitet mit Shortcodes und wird meist im Backend bedient.
  • Visual Composer Website Builder ist ein anderes, neueres Produkt derselben Entwickler — ein eigenständiger Frontend-Builder, der nichts mit den alten Shortcodes zu tun hat.

Wenn Ihr Theme aus der Zeit vor 2018 stammt, haben Sie fast sicher WPBakery. Dieser Beitrag handelt von dem.

Die kurze Antwort

Wechseln Sie, wenn Sie die Seite ohnehin neu gestalten wollen oder wenn Sie regelmäßig selbst Inhalte bauen und dabei ständig auf Widerstand stoßen.

Bleiben Sie, wenn die Seite läuft, gepflegt wird und Sie nur selten Layouts ändern. Ein Builder-Wechsel ist ein Neubau, und Neubauten brauchen einen Grund.

Elementor und WPBakery auf einen Blick

Elementor WPBakery
Bearbeitung Frontend, was Sie sehen ist das Ergebnis überwiegend Backend, Kachelansicht
Inhalte gespeichert als JSON, getrennt vom Textfeld Shortcodes im Beitragstext
Vertrieb eigenständig, frei wählbar meist im Theme gebündelt
Updates direkt vom Hersteller oft nur über das Theme-Update
Theme Builder in Pro nein
Kostenlose Version ja nein (im Theme enthalten)
Aktive Weiterentwicklung stark verhalten
Deutschsprachiges Material sehr viel wenig, meist veraltet

Wo Elementor klar vorne liegt

Sie sehen, was Sie bauen. WPBakery zeigt Ihnen im Backend Kacheln mit Beschriftungen; wie die Seite tatsächlich aussieht, erfahren Sie erst in der Vorschau. Elementor bearbeitet direkt im Frontend. Wer einmal so gearbeitet hat, will nicht zurück — das ist der Punkt, den mir Kunden am häufigsten nennen.

Die Updates kommen direkt. Bei WPBakery hängen Sie oft am Theme-Hersteller: Er muss die neue Builder-Version einbauen und ausliefern. Bei Themes, die nicht mehr gepflegt werden — und davon gibt es sehr viele —, bekommen Sie schlicht keine Aktualisierungen mehr. Das ist mittelfristig ein Sicherheitsthema, kein Komfortthema.

Es lebt. Elementor bekommt regelmäßig neue Funktionen. WPBakery wird gepflegt, aber die Entwicklung hat erkennbar an Tempo verloren.

Theme Builder. Header, Footer, Beitragsvorlagen, Archivseiten — das lässt sich mit Elementor Pro gestalten. WPBakery ist ein reiner Inhaltsbaukasten und endet am Rand des Inhaltsbereichs.

Elementor Pro: Genau diese Bausteine — Theme Builder, Formulare, Popups — sind der eigentliche Unterschied zu WPBakery und liegen in der Pro-Lizenz. Elementor Pro ansehen

Wo WPBakery seine Berechtigung behält

Damit der Vergleich fair bleibt:

Es ist bereits bezahlt. WPBakery kam mit Ihrem Theme, Elementor Pro kostet jedes Jahr Geld. Wenn Ihre Seite läuft, ist das ein legitimes Argument.

Es ist tief mit dem Theme verwoben. Viele ThemeForest-Themes bringen eigene WPBakery-Elemente mit, die exakt zum Design passen — Teamkacheln, Preistabellen, Portfolios. Nach einem Wechsel zu Elementor sind diese Elemente weg und müssen nachgebaut werden.

Die Backend-Ansicht hat Anhänger. Wer sehr lange Seiten mit vielen Abschnitten pflegt, kommt mit der kompakten Kachelansicht mitunter schneller zurecht als mit dem Frontend-Editor.

Die Shortcode-Falle: der wichtigste Punkt

Das ist der Teil, den ich in jeder Beratung zu diesem Thema ausführlich erkläre, weil er die Kosten eines Wechsels bestimmt.

WPBakery legt Ihre Layouts als Shortcodes direkt in den Beitragstext. Eine Seite sieht in der Datenbank ungefähr so aus:

[vc_row][vc_column width="1/2"][vc_column_text]Ihr Text[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

Solange WPBakery aktiv ist, wandelt WordPress das in HTML um. Schalten Sie es ab, bleibt genau dieser Text stehen — sichtbar, in eckigen Klammern, auf jeder Seite. Ihre Website sieht dann aus, als wäre sie kaputt.

Ein Umstieg auf Elementor ist deshalb kein Umschalten, sondern ein dreistufiger Vorgang:

  1. Die Seiten in Elementor neu aufbauen.
  2. Die verbliebenen Shortcodes aus den alten Inhalten entfernen.
  3. Erst dann WPBakery und gegebenenfalls das alte Theme deaktivieren.

Es gibt Plugins, die Shortcode-Reste automatisch entfernen. Sie funktionieren mal besser, mal schlechter, und sie arbeiten an Ihren Inhalten. Machen Sie vorher ein vollständiges Backup — siehe UpdraftPlus vs. BackWPup vs. Duplicator.

Was der Wechsel realistisch kostet

Rechnen Sie in Seiten, nicht in Stunden.

Eine Standard-Unterseite mit Text, ein paar Bildern und einem Formular ist in Elementor in etwa einer halben bis einer Stunde nachgebaut, wenn das Design steht. Eine gestaltete Startseite braucht deutlich mehr. Dazu kommen die Nacharbeiten: Shortcode-Reste, Formularanbindungen, Weiterleitungen falls sich URLs ändern, und ein Durchgang über die mobile Ansicht.

Für eine typische Firmenwebsite mit zehn bis fünfzehn Seiten ist das ein überschaubares Projekt. Für einen gewachsenen Auftritt mit achtzig Seiten ist es eine Budgetentscheidung.

Mein Rat: Wenn Sie ohnehin über ein neues Design nachdenken, verbinden Sie beides. Der Wechsel allein rechtfertigt den Aufwand selten — der Wechsel zusammen mit einem überfälligen Relaunch fast immer.

Ein Zwischenweg, den viele übersehen

Sie müssen nicht alles auf einmal machen.

Elementor lässt sich parallel zu WPBakery betreiben. Neue Seiten bauen Sie in Elementor, alte lassen Sie unverändert, bis Sie sie ohnehin überarbeiten. Nach einem Jahr sind die wichtigen Seiten umgestellt, und der Rest folgt, wenn er dran ist.

Der Nachteil: Zwei Builder laufen mit, die Seite lädt beides. Als Dauerlösung taugt das nicht, als Übergang über sechs bis zwölf Monate funktioniert es gut.

Meine Empfehlung nach Situation

Wechseln Sie zu Elementor, wenn Ihr Theme nicht mehr aktualisiert wird, wenn Sie regelmäßig selbst Layouts bauen, wenn Sie ohnehin ein neues Design planen oder wenn Sie Header und Footer gestalten möchten.

Bleiben Sie vorerst bei WPBakery, wenn die Seite stabil läuft, das Theme noch Updates bekommt, Sie Inhalte fast nur über den Text pflegen und in absehbarer Zeit kein Relaunch ansteht.

Denken Sie in eine dritte Richtung, wenn Ihre Website hauptsächlich aus Texten besteht. Dann ist der WordPress-Block-Editor die schlankere Antwort, und Sie sparen sich jede Builder-Lizenz. Dazu: Block-Editor gegen Page Builder.

Häufige Fragen

Kann ich WPBakery-Inhalte automatisch nach Elementor konvertieren?
Nein, nicht verlässlich. Es gibt Werkzeuge, die es versuchen; die Ergebnisse brauchen so viel Nacharbeit, dass ein sauberer Neuaufbau meist schneller ist.

Was passiert mit meinem SEO beim Wechsel?
Nichts, solange die URLs, Texte und Überschriftenstruktur erhalten bleiben. Die Rankings hängen an Inhalten, nicht am Builder. Achten Sie darauf, Meta-Titel und -Beschreibungen zu übernehmen — die stehen ohnehin in Yoast oder Rank Math und nicht im Builder.

Muss ich mein Theme auch wechseln?
Nicht zwingend, aber meistens sinnvoll. Viele WPBakery-Themes bringen umfangreiche eigene Gestaltungsebenen mit, die Elementor ins Gehege kommen. Ein schlankes Theme wie Hello ist die saubere Basis.

Ist Elementor schneller als WPBakery?
Tendenziell ja, aber der Unterschied verschwindet neben Bildern, Hosting und Caching. Erwarten Sie sich von einem Wechsel keine neue Ladezeit — dafür gibt es wirksamere Hebel, siehe WordPress Page Speed 2026.

Der Punkt, auf den es hinausläuft

WPBakery ist nicht schlecht. Es ist alt, und es hängt bei den meisten Betreibern an einem Theme, das ebenfalls alt ist. Das eigentliche Risiko ist nicht der Builder, sondern eine Software-Kette, die niemand mehr pflegt.

Prüfen Sie das zuerst: Bekommt Ihr Theme noch Updates? Wenn nein, ist die Wechselfrage schon beantwortet — dann geht es nur noch um den Zeitpunkt.

Weitere Gegenüberstellungen: Übersicht der Page-Builder-Vergleiche und WordPress-Themes 2026 im Praxistest, falls Ihr altes Theme aus derselben Marktplatz-Generation stammt. Wenn Sie den Umstieg an Ihrer konkreten Seite durchsprechen möchten: Elementor-Schulung.

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