Bricks ist der Builder, über den in den Fachforen am meisten geschwärmt wird. Sauberer Code, schnelle Seiten, kein Ballast — die Argumente sind bekannt und sie stimmen weitgehend.
Trotzdem rate ich einem Teil meiner Kunden ausdrücklich davon ab. Nicht weil Bricks schlecht wäre, sondern weil die Frage „welcher Builder ist technisch besser“ für die meisten Websites die falsche Frage ist.
Ich habe die beiden bereits im Dreiervergleich mit Breakdance nebeneinandergestellt. Hier gehe ich tiefer auf genau diese eine Paarung ein — weil sie in der Praxis am häufigsten zur Debatte steht.

Die kurze Antwort
Bricks, wenn Sie oder Ihre Agentur regelmäßig Websites bauen, HTML und CSS verstehen und die Seite technisch möglichst schlank sein soll.
Elementor, wenn Sie Ihre eigene Website selbst pflegen, nicht aus der Technik kommen und wollen, dass Ihnen im Zweifel jemand helfen kann.
Der eigentliche Unterschied: für wen wurde das gebaut?
Das ist keine Marketing-Frage, sondern eine Beobachtung aus der Arbeit.
Elementor wurde für Menschen entworfen, die eine Website haben und sie selbst bearbeiten wollen. Alles ist beschriftet, alles ist anklickbar, und man kann kaum etwas kaputtmachen, was sich nicht rückgängig machen ließe. Der Preis dafür ist eine gewisse Gutmütigkeit im generierten Code.
Bricks wurde für Menschen entworfen, die Websites bauen. Es setzt voraus, dass Sie wissen, was ein Container ist, was display: flex bewirkt und warum eine Klasse besser ist als eine Inline-Einstellung. Wer das mitbringt, arbeitet damit spürbar schneller und sauberer. Wer es nicht mitbringt, sitzt vor einem Werkzeug, das ihm ständig Entscheidungen abverlangt, für die ihm die Grundlage fehlt.
Das ist der ganze Vergleich in zwei Absätzen. Alles Weitere sind Details.
Elementor und Bricks auf einen Blick
| Elementor | Bricks | |
|---|---|---|
| Art | Page Builder (Plugin) | Theme mit eingebautem Builder |
| Kostenlose Version | ja, umfangreich | nein |
| Lizenz | Jahresabo, gestaffelt | Jahres- und Lifetime-Lizenz |
| Zielgruppe | Website-Betreiber | Website-Bauer |
| Lernkurve | flach | spürbar steiler |
| Generierter Code | funktional, mehr Verschachtelung | sehr schlank |
| Klassen-basiertes Arbeiten | eingeschränkt | von Grund auf |
| Eigener Code im Editor | begrenzt | ausdrücklich vorgesehen |
| Deutschsprachiges Material | sehr viel | wenig |
| Verfügbare Fachleute | sehr viele | wenige |
| Zusatz-Plugins nötig | oft | selten |
Wo Bricks punktet
Der Code, den es ausgibt. Bricks erzeugt schlankeres HTML mit weniger Verschachtelung als Elementor. Das ist messbar, das ist kein Marketing. Auf Seiten mit vielen Elementen macht es einen Unterschied in der Größe des ausgelieferten Dokuments.
Klassen statt Einzeleinstellungen. In Bricks gestalten Sie über wiederverwendbare Klassen, ähnlich wie in einem CSS-Framework. Ändern Sie die Klasse, ändern sich alle Elemente, die sie tragen. In Elementor arbeiten Sie überwiegend elementweise. Bei einer Seite ist das egal. Bei sechzig Seiten ist es der Unterschied zwischen einer Stunde und einem Tag.
Die Lifetime-Lizenz. Bricks verkauft eine einmalige Lizenz für unbegrenzt viele Websites. Für jemanden, der laufend Seiten baut, ist das über fünf Jahre ein erheblicher Betrag.
Die Query-Funktionen. Dynamische Inhalte, verschachtelte Abfragen, Verbindung zu ACF und ähnlichen Feldsystemen — das ist in Bricks von Haus aus stärker und braucht in Elementor mehr Zusatzarbeit.
Wo Elementor punktet
Sie finden Hilfe. Das ist das Argument, das in Fachdiskussionen am meisten unterschätzt und in der Realität am meisten gebraucht wird. Für Elementor gibt es deutschsprachige Anleitungen, Videos, Foren und Menschen im Umkreis, die es beherrschen. Für Bricks gibt es das kaum. Wenn Sie in zwei Jahren jemanden brauchen, der Ihre Seite übernimmt, ist die Suche bei Elementor eine Frage von Tagen und bei Bricks eine von Wochen — zu einem anderen Stundensatz.
Sie können es kostenlos testen. Elementor hat eine ernstzunehmende Gratisversion. Bricks nicht. Sie können sich vorher ansehen, ob Ihnen die Arbeitsweise liegt.
Sie brauchen kein technisches Vorwissen. Wer nie mit CSS gearbeitet hat, kommt in Elementor an einem Abend zu einer ordentlichen Seite. In Bricks braucht dieselbe Person deutlich länger und trifft dabei Entscheidungen, deren Folgen sie nicht überblickt.
Das Ökosystem. Templates, Erweiterungen, Integrationen — für Elementor gibt es für praktisch jeden Anwendungsfall etwas Fertiges. Das ist zugleich seine Schwäche (siehe unten), aber wenn Sie schnell zu einem Ergebnis kommen müssen, ist es eine Stärke.
Elementor Pro: Theme Builder, Formulare und Popups — die Bausteine, die Bricks von Haus aus mitbringt — liegen bei Elementor in der Pro-Lizenz. Ohne sie ist der Vergleich schief. Elementor Pro ansehen
Wo Elementor tatsächlich schwächelt
Damit das hier kein Werbetext wird, die andere Seite so klar wie sie ist:
Elementor verleitet dazu, Zusatz-Plugins zu sammeln. Ein Widget-Paket hier, ein Slider dort, ein Formular-Erweiterung noch dazu — und irgendwann laufen fünf Plugins mit, die alle in denselben Editor eingreifen. Das ist die häufigste Ursache für Elementor-Seiten, die langsam sind und bei Updates brechen. Bricks braucht deutlich seltener Zusatzsoftware.
Und: Elementor bindet Sie enger an einzelne Elemente. Wer eine Seite später konsequent umgestalten will, klickt in Elementor mehr als in Bricks.
Wie man den ersten Punkt in den Griff bekommt, habe ich in Elementor Performance optimieren beschrieben.
Zur Performance
Bricks liefert bei gleichem Aufbau schlankeren Code. Das ist wahr und lässt sich nachmessen.
Es ist trotzdem selten der Grund, warum eine Website langsam ist. In den Seiten, die ich zur Optimierung bekomme, liegt es fast immer an unkomprimierten Bildern, an Hosting ohne Objekt-Cache, an fehlendem Caching oder an einem Dutzend Skripten von Drittanbietern. Der Builder steht in dieser Liste weit hinten.
Anders gesagt: Ein Umstieg auf Bricks bringt Ihnen vielleicht ein paar Zehntelsekunden. Ein ordentlich konfigurierter Cache und komprimierte Bilder bringen Ihnen Sekunden. Machen Sie das Zweite zuerst — siehe WordPress Page Speed 2026.
Der Umstieg von Elementor zu Bricks
Es gibt keinen funktionierenden Automatismus. Beide speichern ihre Layouts in eigenen Formaten, und ein Konverter müsste die Gestaltungslogik beider Systeme nachbauen.
Ein Umstieg heißt: Sie bauen die Seiten neu. Texte, Bilder und Beiträge bleiben — das Layout nicht.
Für eine Website mit fünf Seiten ist das ein Wochenende. Für eine mit sechzig Seiten ist es ein Projekt mit Budget. Bevor Sie das anfangen, sollten Sie eine bessere Begründung haben als „Bricks ist technisch sauberer“. Denn das ist es, aber es ist kein Geschäftsargument.
Meine Empfehlung nach Situation
Bricks, wenn Sie beruflich Websites bauen, wenn Sie HTML und CSS verstehen, wenn Sie mehrere Projekte im Jahr aufsetzen und wenn Ihnen eine wiederverwendbare Klassenstruktur etwas bedeutet.
Elementor, wenn Sie Ihre eigene Website betreiben, wenn Sie nicht aus der Technik kommen, wenn Sie im Zweifel jemanden brauchen werden, der Ihnen hilft, und wenn Sie erst ausprobieren möchten, bevor Sie zahlen.
Bleiben Sie, wo Sie sind, wenn Ihre bestehende Elementor-Seite funktioniert und Ihre Kunden zufrieden sind. Ein Builder-Wechsel ist ein Neubau ohne sichtbaren Nutzen für Ihre Besucher. Das Geld ist in besseren Texten und besseren Bildern fast immer wirksamer angelegt.
Häufige Fragen
Ist Bricks schwerer zu lernen?
Ja, deutlich. Nicht weil es schlechter gemacht wäre, sondern weil es Vorwissen voraussetzt, das Elementor Ihnen abnimmt.
Kann ich beide parallel betreiben?
Bricks ist ein Theme, Elementor ein Plugin — technisch ginge ein Mischbetrieb, praktisch handeln Sie sich damit zwei Layout-Systeme und doppelte Wartung ein. Machen Sie es nicht.
Was ist mit Bricks und Barrierefreiheit?
Bricks gibt Ihnen mehr Kontrolle über die HTML-Struktur, was der Barrierefreiheit hilft — aber nur, wenn Sie diese Kontrolle auch nutzen. Ein unbedacht gebautes Bricks-Layout ist nicht besser als ein unbedacht gebautes Elementor-Layout.
Lohnt sich Bricks für eine einzige Website?
Selten. Die Stärken von Bricks entfalten sich über mehrere Projekte hinweg. Bei einer Seite zahlen Sie die Lernkurve und bekommen wenig zurück.
Wenn Sie ehrlich zu sich sind
Die meisten Umstiegswünsche, die bei mir landen, kommen nicht von einem echten Problem mit Elementor. Sie kommen daher, dass jemand in einem Forum gelesen hat, Bricks sei besser.
Manchmal stimmt das für die betreffende Person. Oft ist das eigentliche Problem eine überladene Seite, ein schlechtes Hosting oder ein Layout, das nie richtig durchdacht wurde — und das nimmt ein neuer Builder nicht mit.
Weitere Gegenüberstellungen: Übersicht der Page-Builder-Vergleiche, Bricks vs. Elementor vs. Breakdance und Elementor vs. Divi. Wenn Sie die Entscheidung an Ihrem konkreten Projekt durchsprechen möchten: Elementor-Schulung.
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