Das sind die beiden Namen, die in fast jeder Beratung fallen. Elementor und Divi bauen beide seit Jahren Millionen von WordPress-Seiten, beide funktionieren, und beide haben treue Anhänger, die den jeweils anderen für einen Fehler halten.
Ich baue und betreue Seiten mit beiden. Meine ehrliche Antwort vorweg: Der Unterschied liegt nicht in dem, was Sie damit bauen können — das ist bei beiden praktisch dasselbe. Er liegt darin, wie viele Websites Sie betreiben, wie fest Sie sich binden wollen und wer die Seite in drei Jahren pflegt.

Die kurze Antwort
Divi, wenn Sie mehrere Websites betreuen und eine einzige Lizenz für alle wollen.
Elementor, wenn Sie eine Website haben, erst ausprobieren möchten und Wert darauf legen, später leicht jemanden zu finden, der weitermacht.
Alles Weitere ist Begründung.
Der Unterschied, der wirklich zählt: das Lizenzmodell
Hier trennen sich die beiden am deutlichsten, und dieser Punkt entscheidet in der Praxis öfter als jedes Funktionsargument.
Divi wird von Elegant Themes als Mitgliedschaft verkauft: eine Jahresgebühr im Bereich von rund 90 Dollar — und dafür dürfen Sie Divi auf unbegrenzt vielen Websites einsetzen. Enthalten sind zusätzlich das Extra-Theme, der Bloom-Newsletter und der Monarch-Share-Plugin. Es gibt außerdem eine einmalige Lifetime-Lizenz im Bereich von 250 Dollar.
Elementor Pro ist ein klassisches Jahresabo, gestaffelt nach Anzahl der Websites. Die Einstiegslizenz beginnt bei rund 60 Dollar im Jahr für eine Website, die größeren Pakete decken drei, zehn oder mehr ab.
(Preisstand Sommer 2026 — beide Anbieter ändern ihre Tarife regelmäßig, prüfen Sie sie vor dem Kauf.)
Rechnen Sie das für Ihre Situation durch. Bei einer einzigen Website nehmen sich die beiden kaum etwas. Ab der dritten Seite wird Divi deutlich günstiger, und ab der fünften ist der Abstand nicht mehr zu übersehen. Wer Websites für andere baut, kommt an dieser Rechnung nicht vorbei.
Das ist der Grund, warum Divi in Agenturen so verbreitet ist — und warum Einzelunternehmer mit einer Website die Frage oft ganz anders beantworten.
Elementor und Divi auf einen Blick
| Elementor | Divi | |
|---|---|---|
| Art | Page Builder (Plugin) | Theme und Builder |
| Theme frei wählbar | ja | nein, Divi ist das Theme |
| Kostenlose Version | ja, umfangreich | nein |
| Lizenz | Jahresabo pro Website-Anzahl | Jahres- oder Lifetime-Lizenz, unbegrenzt |
| Frontend-Bearbeitung | ja | ja |
| Theme Builder (Header/Footer) | in Pro | enthalten |
| Formulare | in Pro | enthalten |
| Popups | in Pro | Bloom (separates Plugin, enthalten) |
| Inhalte gespeichert als | JSON in der Datenbank | Shortcodes im Beitragstext |
| Verbreitung im DACH-Raum | sehr hoch | hoch |
| Deutschsprachiges Material | sehr viel | viel |
Wo Divi punktet
Eine Lizenz für alles. Der schon genannte Punkt, aber er verdient die Wiederholung. Wer fünf Vereinsseiten oder zehn Kundenprojekte betreut, spart mit Divi jedes Jahr einen dreistelligen Betrag.
Alles ist an Bord. Formulare, Newsletter-Anbindung, Share-Buttons, A/B-Tests, Theme Builder — bei Divi gehört das zum Paket. Bei Elementor liegt ein Teil davon in Pro, ein anderer Teil kommt über Zusatz-Plugins dazu. Weniger bewegliche Teile bedeuten weniger Stellen, an denen ein Update etwas zerlegt.
Das eingebaute A/B-Testing. Divi Leads ist ein ernstzunehmendes Werkzeug, das Sie bei Elementor separat einkaufen müssten. Wenn Sie tatsächlich testen — und die wenigsten tun es —, ist das ein echtes Argument.
Die Lifetime-Lizenz. Es gibt Menschen, die Abos grundsätzlich ablehnen. Für die ist Divi eine der wenigen ernsthaften Optionen in diesem Feld.
Wo Elementor punktet
Sie können es kostenlos ausprobieren. Elementor hat eine kostenlose Version, die für viele einfache Seiten tatsächlich ausreicht. Sie merken innerhalb eines Nachmittags, ob Ihnen die Arbeitsweise liegt. Divi kostet ab dem ersten Klick.
Das Theme bleibt Ihre Entscheidung. Elementor ist ein Plugin und arbeitet mit praktisch jedem Theme zusammen — meist mit einem bewusst minimalen wie Hello. Divi ist das Theme. Sie kaufen die Gestaltungsphilosophie mit, ob Sie wollen oder nicht.
Die größere Verbreitung, besonders im deutschsprachigen Raum. Mehr Anleitungen, mehr Videos, mehr Menschen, die es können. Das klingt nach einem weichen Argument, ist aber ein hartes: Wenn Sie in zwei Jahren jemanden brauchen, der die Seite übernimmt, finden Sie für Elementor schneller und günstiger jemanden. Für Selbstständige ohne eigene Technikabteilung ist das oft das entscheidende Argument.
Die saubere Trennung von Inhalt und Darstellung. Divi legt seine Layouts als Shortcodes direkt in den Beitragstext. Schalten Sie Divi ab, steht in Ihren Seiten eine Wand aus eckigen Klammern. Elementor speichert seine Daten getrennt vom Textfeld — beim Abschalten bleibt die Seite zwar auch unbrauchbar, aber sie wird nicht mit Codeschrott gefüllt. Ein Detail, das erst wichtig wird, wenn es zu spät ist.
Elementor Pro: Theme Builder, Formulare und Popups liegen bei Elementor in der Pro-Lizenz — das ist der Punkt, an dem der Vergleich mit Divis Komplettpaket erst fair wird. Elementor Pro ansehen
Zur Performance: die Frage wird falsch gestellt
Beide Builder haben den Ruf, Seiten schwer zu machen, und beide haben ihn sich irgendwann verdient. Beide haben in den letzten Jahren erheblich nachgebessert.
Was ich in der Praxis sehe: Die Ladezeit einer Seite entscheidet sich nicht am Builder. Sie entscheidet sich an unkomprimierten Bildern, an billigem Hosting, an fehlendem Caching und an der Zahl der Effekte, die jemand eingebaut hat, weil sie sich im Editor gut anfühlten.
Ich habe schnelle Divi-Seiten und träge Elementor-Seiten gesehen, und umgekehrt. Wer die Hebel kennt, bekommt mit beiden gute Werte. Welche Hebel das sind, habe ich in Elementor Performance optimieren und in WordPress Page Speed 2026 aufgeschrieben — das meiste davon gilt für Divi genauso.
Ein Hinweis zur Fairness: Divi arbeitet an einer Neufassung, die den alten Shortcode-Unterbau ablöst und die Ausgabe deutlich verschlankt. Wenn Sie diesen Vergleich lesen, lohnt ein Blick darauf, wie weit das inzwischen ist.
Der Wechsel: unterschätzen Sie ihn nicht
Von Divi zu Elementor oder umgekehrt gibt es keinen Automatismus, und es wird auch keinen geben. Die beiden speichern ihre Layouts in völlig unterschiedlichen Formaten. Ein Konverter, der aus einem Divi-Modul ein Elementor-Widget macht, müsste die Gestaltungslogik beider Systeme nachbauen.
In der Praxis bedeutet ein Wechsel: Sie bauen die Seiten neu. Texte und Bilder lassen sich übernehmen, das Layout nicht.
Bei Divi kommt eine Besonderheit dazu: Weil die Layouts als Shortcodes im Beitragstext stehen, bleiben nach dem Abschalten sichtbare Codereste in Ihren Seiten stehen. Die müssen Sie aufräumen, bevor Sie neu bauen — sonst schleppen Sie sie in die neue Seite mit.
Das ist kein Argument gegen einen Wechsel, wenn es gute Gründe gibt. Aber es sollte eine bewusste Entscheidung sein und keine Nebenwirkung. Rechnen Sie mit dem Aufwand eines kleinen Website-Neubaus.
Meine Empfehlung nach Situation
Divi, wenn Sie mehr als drei Websites betreiben, wenn Sie ein abgeschlossenes Paket ohne Zusatz-Plugins schätzen, wenn Sie ernsthaft A/B-testen wollen oder wenn Sie prinzipiell kein Abo möchten.
Elementor, wenn Sie eine einzelne Website haben, wenn Sie erst ausprobieren möchten, bevor Sie zahlen, wenn Ihnen wichtig ist, das Theme frei zu wählen, und wenn absehbar ist, dass später jemand anderes an der Seite arbeitet.
Weder noch, wenn Ihre Website im Wesentlichen aus Texten besteht — Blog, Ratgeber, ein paar Unterseiten. Dann reicht der WordPress-Block-Editor, und Sie sparen sich Lizenzkosten und eine Abhängigkeit. Dazu: Block-Editor gegen Page Builder.
Häufige Fragen
Kann ich Divi und Elementor parallel betreiben?
Technisch ja, sinnvoll nein. Sie hätten zwei Layout-Systeme, zwei Update-Quellen und zwei Stellen, an denen Stile kollidieren. Entscheiden Sie sich.
Ist Divi wirklich langsamer?
Der alte Shortcode-Unterbau erzeugt mehr Ballast als Elementors Ansatz — das war lange messbar. Für die tatsächliche Ladezeit Ihrer Seite ist das aber ein kleiner Posten neben Bildern, Hosting und Caching.
Was ist mit Divi Builder ohne Divi Theme?
Den Divi Builder gibt es auch als eigenständiges Plugin für andere Themes. Er ist dann aber weiterhin an das Elegant-Themes-Ökosystem gebunden, und ein Teil des Zusammenspiels geht verloren.
Welcher ist anfängerfreundlicher?
Beide sind es. Divi hat den etwas verspielteren Editor, Elementor den aufgeräumteren. Das ist Geschmack, kein Qualitätsunterschied — probieren Sie Elementor kostenlos aus und Sie wissen nach zwei Stunden, ob Ihnen diese Art zu arbeiten liegt.
Und wenn Sie sich nicht entscheiden können
Dann ist das meist ein Zeichen dafür, dass beide passen würden — und dass die eigentliche Frage eine andere ist: Wie soll Ihre Website in drei Jahren gepflegt werden, und von wem?
Weitere Gegenüberstellungen finden Sie in meiner Übersicht der Page-Builder-Vergleiche und in der Übersicht der WordPress-Tool-Vergleiche. Wenn Sie die Entscheidung lieber einmal an Ihrem konkreten Projekt durchsprechen möchten: Das ist ein üblicher Einstieg in meine Elementor-Schulung.
Tags


