Ein Backup ist die billigste Versicherung, die Sie für Ihre WordPress-Seite abschließen können — und trotzdem lasse ich in Erstgesprächen regelmäßig die Frage stellen: „Backup? Läuft das nicht automatisch?“ Nein, läuft es nicht. Ohne Plugin sichert WordPress gar nichts von selbst. Drei Namen fallen in praktisch jeder Recherche zum Thema: UpdraftPlus, BackWPup und Duplicator. Nur ist einer der drei eigentlich kein klassisches Backup-Tool, sondern etwas anderes, das oft dafür gehalten wird. In diesem Beitrag kläre ich, was jedes Tool wirklich kann, was es kostet und für wen sich welche Lösung eignet.

Die drei Plugins im Überblick
UpdraftPlus (Gratis-Tier bereits sehr leistungsfähig, Premium ab ca. 70 $/Jahr): Mit über 3 Millionen aktiven Installationen das mit Abstand meistgenutzte Backup-Plugin für WordPress. Schon die kostenlose Version sichert Dateien und Datenbank nach Zeitplan und lädt in ein Cloud-Ziel Ihrer Wahl hoch — Dropbox, Google Drive oder einen eigenen Server per FTP sind bereits gratis möglich.
BackWPup (Gratis-Version + kostenpflichtige Pro-Stufen ab ca. 49 $/Jahr für zwei Sites): Open-Source-Alternative aus dem Hause WP Media (bekannt durch WP Rocket). Funktional solide, aber das Setup verlangt etwas mehr technisches Verständnis — Jobs, Zeitpläne und Ziel-Speicher werden granularer konfiguriert als bei UpdraftPlus.
Duplicator (Gratis-Version + Pro-Pläne ab ca. 49,50 $/Jahr für zwei Sites): Bekannt geworden als Migrations- und Klon-Tool, nicht als Backup-Lösung im engeren Sinn. Duplicator packt eine komplette WordPress-Installation in ein Installer-Paket, das Sie an einem neuen Ort wieder auspacken. Das lässt sich zweckentfremdet auch als Vollsicherung nutzen — aber dafür wurde es nicht gebaut.
Vergleich auf einen Blick
| Kriterium | UpdraftPlus | BackWPup | Duplicator |
|---|---|---|---|
| Preis Einstieg | 0 € (Gratis-Tier stark) | 0 € (Gratis-Tier) | 0 € (Gratis-Tier) |
| Preis voller Funktionsumfang | ~70 $/Jahr | ~49–99 $/Jahr | ~49,50–299,50 $/Jahr |
| Cloud-Speicher-Optionen | Dropbox, Google Drive, S3, OneDrive, u. v. m. — bereits gratis | Dropbox, S3, FTP, SFTP (teils Pro) | Amazon S3, Google Drive, Dropbox (Pro) |
| Automatisierte Zeitpläne | Ja, sehr granular | Ja, granular per Job | Ja, ab Pro-Version |
| Ein-Klick-Restore | Ja, aus Backend | Ja, aber manueller | Nein — Fokus liegt auf Neu-Installation via Paket |
| Eignung für Migration | Eingeschränkt (Pro-Migrator-Add-on) | Eingeschränkt | Sehr gut — Kernfunktion |
| Performance-Impact | Niedrig bis mittel | Niedrig | Niedrig (während Backup-Erstellung kurzzeitig höher) |
| Lernkurve | Sehr flach | Mittel | Flach für Migration, mittel für Backup-Zweckentfremdung |

UpdraftPlus — meine Erst-Empfehlung für die meisten Seiten
Stärken: Der Gratis-Tier ist für eine typische Unternehmensseite oder einen kleinen Shop bereits ausreichend: geplante Backups, Cloud-Ziel Ihrer Wahl, Ein-Klick-Wiederherstellung direkt im WordPress-Backend. Die Bedienung ist so verständlich, dass ich sie in Schulungen auch technisch weniger versierten Teilnehmer:innen in unter zehn Minuten erkläre. Premium ergänzt inkrementelle Backups, mehr Cloud-Ziele gleichzeitig und einen Migrator für Domain-Umzüge.
Schwächen: Bei sehr großen Datenbanken (mehrere GB) dauert die Erstsicherung spürbar. Die kostenlose Version begrenzt die Anzahl parallel genutzter Cloud-Ziele.
Wann UpdraftPlus: Für praktisch jede WordPress-Seite, die ich betreue — von der Vereins-Homepage bis zum mittelgroßen Shop. Es ist mein Standard, wenn nichts Besonderes dagegenspricht.
BackWPup — solide, aber mit mehr Konfigurationsaufwand
Stärken: Vollständig Open Source in der Basis, mit einer aktiven Community. Backup-Jobs lassen sich sehr feingranular konfigurieren — z. B. unterschiedliche Zeitpläne für Datenbank und Mediendateien, unterschiedliche Ziel-Speicher pro Job. Für Budget-bewusste Nutzer:innen, die sich mit den Einstellungen auseinandersetzen wollen, eine gute Wahl.
Schwächen: Die Restore-Funktion ist weniger komfortabel als bei UpdraftPlus — Sie arbeiten öfter mit manuellen Schritten statt einem einzigen Klick. Das Interface wirkt insgesamt technischer und weniger aufgeräumt.
Wann BackWPup: Wenn Sie ohnehin gerne selbst konfigurieren, ein knappes Budget haben und mit einem etwas technischeren Restore-Prozess leben können.

Duplicator — stark, aber für einen anderen Zweck gebaut
Hier muss ich ehrlich sein, auch wenn es diesem Artikel widerspricht, alle drei Tools als gleichwertige Backup-Optionen zu präsentieren: Duplicators eigentliche Stärke ist Migration und Klonen, nicht die laufende, automatisierte Sicherung Ihrer Seite. Das Tool packt WordPress-Dateien, Datenbank und Konfiguration in ein Paket samt Installer-Skript, mit dem Sie die komplette Seite an einem neuen Ort — neuer Server, neue Domain, lokale Entwicklungsumgebung — wieder aufsetzen. Genau dafür ist es hervorragend.
Stärken: Beim Umzug einer Seite auf einen neuen Hoster oder beim Klonen für eine Staging-Umgebung ist Duplicator kaum zu schlagen — das Installer-Skript nimmt Ihnen die meiste manuelle Arbeit ab.
Schwächen als Backup-Lösung: Kein echter Ein-Klick-Restore-Prozess wie bei UpdraftPlus. Automatisierte Zeitpläne gibt es erst in der Pro-Version, und selbst dann ist der Workflow eher auf „Paket erstellen und woanders installieren“ ausgelegt als auf „im Notfall in Sekunden zurückspielen“. Wer Duplicator als alleinige Backup-Strategie einsetzt, sichert zwar technisch die Seite, verliert aber den Komfort einer echten Backup-Routine mit Aufbewahrungsfristen und schnellem Restore.
Wann Duplicator: Wenn Sie eine Seite umziehen, klonen oder eine Kopie für Test-/Entwicklungszwecke brauchen. Für die Frage „Wie sichere ich meine Seite laufend ab?“ ist es die falsche erste Wahl. Wenn Migration Ihr eigentliches Thema ist, lesen Sie stattdessen meinen Beitrag All-in-One WP Migration vs. Duplicator vs. WP Migrate — dort vergleiche ich Duplicator direkt mit den anderen Migrations-Spezialisten.
Sie wollen nicht raten, sondern einmal live sehen, wie ein sauberes Backup-Setup aussieht — inklusive Restore-Test? In meinem Online-Kurs richte ich UpdraftPlus komplett ein und zeige, worauf es beim Wiederherstellen wirklich ankommt. → Zum Online-Kurs
Direkter Vergleich: die Details, die im Ernstfall zählen
| Funktion | UpdraftPlus | BackWPup | Duplicator |
|---|---|---|---|
| Inkrementelle Backups | Premium | Nein | Nein |
| Verschlüsselte Backups | Premium | Nein | Pro |
| Multisite-Support | Premium | Ja (Pro) | Pro |
| Backup-Verifizierung/Log | Ja | Ja | Ja |
| E-Mail-/Report-Benachrichtigung | Ja | Ja | Pro |
| Datenbank-Suche & Ersetzen | Premium (Migrator) | Nein | Ja — Kernfunktion |
| Server-zu-Server-Migration | Premium (Migrator) | Nein | Ja — Kernfunktion |
| Staging-Umgebung erzeugen | Nein direkt | Nein | Ja |
| Aufbewahrungs-Richtlinien (Retention) | Ja | Ja | Eingeschränkt |
Der Unterschied zeigt ein klares Muster: UpdraftPlus und BackWPup sind auf laufende, planbare Sicherung ausgelegt. Duplicator ist auf einmalige, vollständige Übertragung ausgelegt. Beide Zwecke überschneiden sich technisch, aber der Workflow und die Prioritäten der Entwickler:innen sind unterschiedlich.
Preise im Vergleich (Stand 2026)
| Plugin | Gratis-Tier | Einstiegspreis Pro | Preis für Agenturen/mehr Sites |
|---|---|---|---|
| UpdraftPlus | Sehr leistungsfähig | ~70 $/Jahr (2 Sites) | bis 195 $/Jahr (unbegrenzt) bzw. 399 $/Jahr (Gold, 50 GB Speicher inkl.) |
| BackWPup | Solide Basis | ~49 $/Jahr (2 Sites) | bis ~99 $/Jahr (50 Sites) |
| Duplicator | Basis-Migration | ~49,50 $/Jahr (2 Sites, Personal) | bis ~299,50 $/Jahr (Elite) |
Alle drei Anbieter arbeiten mit gestaffelten Jahreslizenzen nach Anzahl der Websites. Bei UpdraftPlus lohnt sich der Gratis-Tier für viele Solo-Projekte bereits vollständig — bei Duplicator zahlt sich Pro nur aus, wenn Sie tatsächlich regelmäßig Migrationen durchführen (z. B. als Agentur für Kund:innen-Umzüge).
Für wen eignet sich was?
Die Solopreneurin mit einer Unternehmensseite: UpdraftPlus Gratis reicht in den meisten Fällen völlig aus — geplantes Backup auf Google Drive, fertig. Premium lohnt sich erst, wenn Sie mehrere Cloud-Ziele gleichzeitig oder inkrementelle Backups brauchen.
Der Kleinunternehmer mit technischem Interesse und knappem Budget: BackWPup Gratis oder die günstige Pro-Stufe. Sie investieren etwas mehr Zeit ins Einrichten der Jobs, sparen dafür bei der Lizenz.
Die Agentur, die Kund:innen-Seiten regelmäßig umzieht oder klont: Duplicator Pro als Ergänzung — nicht als Ersatz — zu einer echten Backup-Lösung. Für den täglichen Sicherheitsbedarf bleibt UpdraftPlus oder BackWPup zuständig, Duplicator kommt beim Server-Wechsel, Domain-Umzug oder Staging-Klon zum Einsatz.
Mein Fazit
Für die überwiegende Mehrheit meiner Kund:innen bleibt UpdraftPlus meine Erst-Empfehlung — der Gratis-Tier ist stark, die Bedienung ist einfach, und der Restore-Prozess funktioniert im Ernstfall zuverlässig mit wenigen Klicks. BackWPup ist eine legitime Alternative, wenn Sie mit etwas mehr Konfigurationsaufwand leben können oder bewusst auf Open Source setzen wollen. Duplicator würde ich nicht als Ihre Backup-Lösung einsetzen — dafür ist es nicht gebaut. Es ist ein hervorragendes Werkzeug für Migration und Klonen, und genau dafür sollten Sie es auch nutzen. Meine komplette Backup-Strategie inklusive Zeitplänen und Aufbewahrungsfristen finden Sie im Beitrag WordPress Backup-Strategie 2026.
Häufige Fragen
Kann ich mit Duplicator regelmäßige Backups einrichten?
Technisch ja, ab der Pro-Version mit Zeitplan-Funktion. Praktisch würde ich davon abraten — der Workflow ist auf „Paket erstellen, woanders installieren“ optimiert, nicht auf schnelles Zurückspielen im Notfall. Für laufende Sicherung sind UpdraftPlus oder BackWPup die passenderen Werkzeuge.
Brauche ich UpdraftPlus Premium überhaupt?
Für die meisten Solo-Seiten und kleinen Shops: nein, der Gratis-Tier reicht. Premium lohnt sich bei mehreren Websites, wenn Sie inkrementelle Backups oder verschlüsselte Sicherungen brauchen, oder wenn Sie den integrierten Migrator für einen Domain-Umzug nutzen wollen.
Wo sollte ich meine Backups speichern — auf dem eigenen Server reicht das nicht?
Nein. Ein Backup, das nur auf demselben Server liegt wie die Live-Seite, schützt Sie nicht vor einem Server-Totalausfall oder einem gehackten Account. Immer mindestens ein externes Ziel wie Google Drive, Dropbox oder S3 einbinden — alle drei Plugins unterstützen das.
Wie oft sollte ein WordPress-Backup laufen?
Bei Blogs/Content-Seiten reicht meist täglich. Bei Shops mit laufenden Bestellungen empfehle ich mehrmals täglich für die Datenbank, täglich für Dateien. Mehr dazu im Beitrag WordPress Backup-Strategie 2026.
Kann ich UpdraftPlus und Duplicator gleichzeitig nutzen?
Ja, problemlos — sie überschneiden sich in der Funktion kaum. Viele meiner Kund:innen setzen UpdraftPlus für die laufende Sicherung ein und greifen nur bei einem konkreten Umzugsprojekt zusätzlich zu Duplicator.
Was, wenn ich sowieso bald die Seite migrieren will — reicht dann nicht gleich Duplicator für alles?
Nein. Migration ist ein einmaliges Ereignis, Backup ein laufender Prozess. Richten Sie beides getrennt ein. Für die Migrations-Entscheidung selbst lohnt sich ein Blick in meinen Beitrag All-in-One WP Migration vs. Duplicator vs. WP Migrate.
Einen Überblick über alle meine WordPress-Tool-Vergleiche — von Page-Buildern über SEO bis Hosting — finden Sie in der Tool-Vergleiche-Übersicht. Und wenn Sie grundsätzlich noch unsicher sind, welche Plugins Sie überhaupt brauchen, lohnt sich zuerst mein Pillar-Beitrag WordPress-Plugins 2026: Welche brauchen Sie wirklich?.
Wenn Sie Ihre Backup-Strategie nicht nur einrichten, sondern auch einmal einen echten Restore geübt haben wollen, bevor der Ernstfall eintritt, ist mein Online-Kurs der praxisnahe Weg dahin. → Zum Online-Kurs
Bildquelle Featured & Inline: eigens erstellte Illustrationen im pletzenauer-Design (keine Stock-Fotos).
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