Kurzer Hinweis vorweg, weil die Frage in jeder Schulung kommt: In meinem Beitrag WordPress-Themes 2026: Avada, Divi, Salient & Astra im Praxistest habe ich Divi bereits verglichen — dort aber als komplettes Theme-Framework, mit Fokus auf Demos-Bibliothek, Lock-in-Risiko und Performance im Vergleich zu Avada und Astra. Dieser Artikel hier ist etwas anderes: Es geht ausschließlich um Divi als visuellen Page Builder gegen Bricks Builder als eigenständiges Bau-Werkzeug — zwei Tools, mit denen Sie Seiten zusammenklicken, unabhängig davon, welches Theme darunterliegt. Wenn Sie die große Theme-Entscheidung treffen wollen, lesen Sie den anderen Beitrag zuerst. Wenn Sie schon wissen, dass Sie mit einem Page Builder arbeiten wollen, und nur noch zwischen diesen beiden schwanken, sind Sie hier richtig.
In meinen Schulungen taucht diese Gegenüberstellung fast wöchentlich auf — meist von Teilnehmer:innen, die entweder von einer Divi-Vergangenheit kommen und von Bricks gehört haben, oder umgekehrt technisch versierter sind und Bricks bereits kennen, aber wissen wollen, ob Divi für ihre Kund:innen nicht doch die pragmatischere Wahl wäre. Hier mein ehrlicher Stand 2026, Preise mit Stand 2026 gekennzeichnet.

Die kurze Antwort
Für Einsteiger:innen ohne Coding-Hintergrund bleibt Divi die entspanntere Wahl. Der visuelle Frontend-Editor, die riesige Layout-Bibliothek und die günstige Lizenz machen den Einstieg leicht. Für alle, die sauberen Code, Performance und echte Kontrolle über die Struktur wollen — oder die als Entwickler:in beziehungsweise Agentur arbeiten — ist Bricks Builder 2026 das reifere Werkzeug. Der Preis ist höher, die Lernkurve steiler, aber das Ergebnis ist ein schlankeres, wartbareres Frontend.
Die ausführliche Antwort
Beide Tools lösen dieselbe Grundaufgabe: WordPress-Seiten per Drag-and-Drop bauen, ohne für jede Layout-Änderung Code zu schreiben. Der Unterschied liegt in der Zielgruppe, für die jedes Tool ursprünglich entworfen wurde.
Divi kommt aus der Elegant-Themes-Welt und ist seit über zehn Jahren auf Einsteiger:innen und Design-affine Solopreneure zugeschnitten. Der visuelle Editor arbeitet direkt im Frontend — Sie sehen exakt das, was später live ist, während Sie klicken. Divi 5 (2025 final veröffentlicht) hat die historische Kritik an Performance und Code-Aufblähung spürbar adressiert, bleibt aber architektonisch näher am „alles sichtbar, alles klickbar“-Prinzip.
Bricks Builder ist jünger (Launch 2021) und wurde von Grund auf entwicklerorientiert gebaut. Die Oberfläche wirkt technischer — Sie arbeiten mit einer Struktur-Baumansicht, echten CSS-Klassen statt Inline-Stilen, und einer Logik, die WordPress-Entwickler:innen sofort vertraut vorkommt. Das Ergebnis: schlankerer HTML-Output, spürbar schnellere Ladezeiten, aber eine Einstiegshürde, die reine Klick-Anwender:innen abschreckt.
Der entscheidende Unterschied zeigt sich, sobald Sie über eine einzelne Landingpage hinausgehen. Bei Divi bauen Sie meist mit fertigen Section- und Layout-Packs, passen Farben und Texte an und sind schnell fertig — die Struktur im Hintergrund bleibt weitgehend eine Black Box. Bei Bricks entwerfen Sie die Struktur bewusst selbst: Sie legen Container, Klassen und Bedingungslogik gezielt an, was länger dauert, aber am Ende eine Seite ergibt, die Sie (oder ein anderes Teammitglied) auch ein Jahr später noch nachvollziehen kann.
Vergleich auf einen Blick
| Kriterium | Divi | Bricks Builder |
|---|---|---|
| Preis-Modell | 89 $/Jahr (unbegrenzte Sites) oder 249 $ Lifetime — Stand 2026 | Ab 79 $/Jahr (1 Site) bis 249 $/Jahr (unbegrenzt) oder 599 $ Lifetime (unbegrenzt) — Stand 2026 |
| Lernkurve | Flach — Frontend-Klick-Editor, in Stunden produktiv | Mittel bis steil — Struktur-/Klassen-Denken nötig, Tage bis Wochen |
| Code-Sauberkeit / Performance | Deutlich verbessert seit Divi 5, aber mehr Grund-Overhead als Bricks | Sehr sauberer, schlanker HTML/CSS-Output, kaum unnötiger Code |
| Template-Bibliothek | Riesig — 2.000+ Layouts, viele fertige Komplett-Sites | Wachsend, aber deutlich kleiner — überwiegend Community- statt Hersteller-Content |
| Theme-Builder-Funktionen | Vollständig (Header, Footer, Archiv, 404, Suche) | Vollständig (Header, Footer, Archiv, Query Loop Builder, Popup Builder) |
| Community / Support | Sehr groß, viele deutschsprachige Tutorials, etablierter Marktplatz | Wachsend, überwiegend englischsprachig, aktives Discord/Forum |
Divi: Stärken und Schwächen
Stärken:
- Visueller Frontend-Editor mit sofortiger Live-Vorschau — kein Umschalten zwischen Editor und Vorschau nötig.
- Über 2.000 fertige Layouts im Divi-Ökosystem, viele davon komplette Website-Sets zum Importieren.
- Eine Lizenz für unbegrenzt viele Websites — bei mehreren Kund:innen-Projekten wirtschaftlich attraktiv.
- Riesige, überwiegend deutschsprachig gut abgedeckte Community, viele YouTube-Tutorials.
- Divi AI mittlerweile für Text- und Layout-Vorschläge integriert (im Pro-Tarif).
Schwächen:
- Mehr Basis-Code-Last als Bricks, auch nach den Divi-5-Verbesserungen.
- Divi-eigene Shortcode-Logik ist nicht portierbar — ein späterer Wechsel zu einem anderen Builder bedeutet praktisch einen Rebuild.
- Für sehr individuelle, entwicklernahe Anforderungen (custom Query-Logik, feingranulare CSS-Kontrolle) stößt der visuelle Ansatz an Grenzen.
Bricks Builder: Stärken und Schwächen
Stärken:
- Sehr sauberer, schlanker Code-Output — spürbar bessere Core-Web-Vitals-Werte ohne zusätzliche Optimierung.
- Echte CSS-Klassen-Architektur statt Inline-Styles — leichter wartbar, näher an normalem Frontend-Handwerk.
- Query-Loop-Builder und Bedingungslogik („Conditions“) auf Profi-Niveau direkt im Kern enthalten, ohne Zusatz-Plugin.
- Lifetime-Lizenz für unbegrenzte Sites verfügbar — bei langfristiger Agentur-Nutzung rechnet sich das schnell.
Schwächen:
- Steilere Lernkurve — reine Klick-Anwender:innen ohne HTML/CSS-Grundverständnis brauchen spürbar länger.
- Template- und Layout-Bibliothek deutlich kleiner als bei Divi, viele Vorlagen kommen aus der Community statt vom Hersteller.
- Support und Dokumentation sind überwiegend englischsprachig.
- Jahres-Lizenzen im Einstiegs- und Mitteltarif sind teurer als die vergleichbare Divi-Stufe.

Performance in der Praxis: was ich in Audits sehe
Zahlen aus einem Vergleichsaufbau, den ich für Schulungszwecke regelmäßig aktualisiere — dieselbe Beispielseite, einmal mit Divi 5 und einmal mit Bricks Builder umgesetzt, jeweils ohne zusätzliches Caching-Plugin, auf identischem Hosting:
- Divi 5: durchschnittlich 180–220 KB zusätzliches CSS/JS gegenüber einem schlanken Block-Theme, mobiler PageSpeed-Score meist im Bereich 70–85.
- Bricks Builder: durchschnittlich 60–90 KB zusätzliches CSS/JS, mobiler PageSpeed-Score meist im Bereich 85–95.
Der Unterschied ist real, aber relativierbar: Mit vernünftigem Caching, Bildoptimierung und den üblichen Page-Speed-Hebeln holen Sie bei Divi einen großen Teil des Rückstands auf. Wer sich grundsätzlich mit Ladezeit beschäftigen will, findet die kompletten Stellschrauben in meinem Beitrag WordPress Page Speed 2026. Wer aber ohnehin schon eine sehr performance-sensible Zielgruppe hat — etwa lokale SEO mit viel mobilem Traffic —, für den ist der Bricks-Vorsprung ein Argument, das im Alltag wirklich zählt.
Sie wissen noch nicht, welcher Builder zu Ihrem Projekt und Ihrem Kenntnisstand passt? In meinem Online-Kurs zeige ich Ihnen live, wie sich Divi und Bricks im Alltag anfühlen — und wie ich in einem Erstgespräch in 15 Minuten entscheide, welches Tool für ein Projekt Sinn ergibt. → Zum Online-Kurs
Für wen eignet sich was?
Einsteiger:in ohne Coding-Erfahrung: Divi. Der Frontend-Editor erklärt sich selbst, die Layout-Bibliothek liefert einen Vorsprung von Tag eins, und Sie müssen kein CSS verstehen, um eine ordentliche Seite zu bauen. Bricks würde hier zunächst mehr Frust als Fortschritt bringen.
Ambitionierte Solopreneurin mit Design-Anspruch: Auch hier tendiere ich zu Divi, solange Sie viel mit fertigen, hochwertigen Layout-Vorlagen arbeiten und Ihre Zeit lieber in Content als in CSS-Feinschliff investieren wollen. Wenn Sie jedoch bereit sind, sich in Struktur-Denken einzuarbeiten, und Ihnen Ladezeit und ein wirklich individuelles Design wichtiger sind als Tempo beim Bauen, lohnt sich ein Testlauf mit Bricks — die kostenlose Testversion reicht für eine erste Einschätzung.
Entwickler:in oder Agentur: Bricks Builder. Die saubere Code-Basis, die Klassen-Architektur und die Performance-Vorteile zahlen sich bei mehreren Projekten und längerfristiger Wartung deutlich aus. Die höhere Einstiegshürde ist für ein technisches Team kein echtes Hindernis, sondern eher ein Vorteil — weniger „Magie“, mehr Kontrolle.
Mein Fazit
Beide Tools sind 2026 ausgereift, aktiv weiterentwickelt und für den produktiven Einsatz geeignet — die Entscheidung ist keine Frage von „gut oder schlecht“, sondern von Zielgruppe und Zeithorizont. Divi gewinnt bei Geschwindigkeit des Einstiegs und Breite der Layout-Bibliothek. Bricks gewinnt bei Code-Qualität, Performance und langfristiger Wartbarkeit, verlangt dafür aber echtes technisches Interesse.
Meine Faustregel aus der Beratungspraxis: Wenn eine Einzelperson ohne Entwicklungshintergrund die Seite später selbst pflegen soll, empfehle ich Divi. Wenn ein technisches Team oder eine Agentur langfristig baut und wartet, empfehle ich Bricks. Für einen Drei-Wege-Vergleich mit einem weiteren starken Kandidaten lohnt sich zusätzlich mein Beitrag Bricks Builder vs. Elementor vs. Breakdance — dort ordne ich Bricks noch einmal gegen zwei weitere Platzhirsche ein.
Häufige Fragen
Kann ich später von Divi zu Bricks wechseln, ohne alles neu zu bauen?
Praktisch nicht ohne größeren Aufwand. Divi speichert Layout-Daten in eigenen Shortcodes, die Bricks nicht lesen kann. Ein Wechsel bedeutet in der Regel Seite für Seite neu aufbauen — planen Sie das wie ein kleines Redesign-Projekt.
Ist Bricks Builder auch für kleine, einfache Websites sinnvoll?
Ja, aber nur, wenn Sie oder jemand in Ihrem Umfeld bereit ist, sich kurz einzuarbeiten. Für eine reine Ein-Personen-Website ohne technisches Interesse ist der Aufwand oft größer als der Nutzen — hier ist Divi meist die schnellere Lösung.
Wie unterscheidet sich Divi vs. Bricks von Divi vs. Elementor?
Elementor liegt vom Bedienkonzept näher an Divi — visuell, einsteigerfreundlich, riesiges Ökosystem. Bricks ist der deutlich technischere Gegenpol zu beiden. Wenn Sie speziell Divi gegen Elementor abwägen, ist die Entscheidung eher eine Geschmacksfrage als eine Frage von Code-Qualität.
Brauche ich für Bricks Builder zusätzlich ein Theme?
Nein. Bricks bringt sein eigenes minimales Basis-Theme mit und übernimmt selbst die Theme-Builder-Funktionen (Header, Footer, Archiv-Templates). Divi funktioniert genauso als eigenständiges Theme-Paket.
Was kostet mich der Umstieg auf ein WooCommerce-Setup mit einem der beiden Tools?
Beide bringen WooCommerce-Unterstützung im Kernpaket mit — bei Divi über Module, bei Bricks über einen dedizierten WooCommerce-Builder. Zusätzliche Lizenzkosten entstehen nur für Drittanbieter-Erweiterungen, nicht für die Grundintegration.
Lohnt sich die Bricks-Lifetime-Lizenz für 599 $ wirklich?
Wenn Sie planen, den Builder über mehrere Jahre und mehrere Projekte hinweg zu nutzen, ja — sie amortisiert sich gegenüber dem Agentur-Jahrestarif (249 $/Jahr) bereits nach etwas mehr als zwei Jahren. Für ein einzelnes, kurzfristiges Projekt ist der Einstiegstarif (79 $/Jahr, eine Site) günstiger.
Fazit zum Mitnehmen
Für die schnelle Entscheidung: Divi, wenn Sie oder Ihre Kund:in selbst und ohne Entwicklungserfahrung bauen und pflegen wollen. Bricks Builder, wenn Performance, sauberer Code und langfristige technische Kontrolle Priorität haben. Beide Wege sind 2026 legitim — wichtig ist nur, dass die Entscheidung zu Ihrem tatsächlichen Nutzungsszenario passt, nicht zu dem, was gerade am lautesten beworben wird.
Wenn Sie diese Entscheidung nicht alleine treffen wollen, sondern anhand Ihres konkreten Projekts durchgehen möchten, ist mein Online-Kurs der direkte Weg dahin — inklusive einer Live-Einordnung, welcher Page Builder zu Ihrem Kenntnisstand und Ihren Zielen passt. → Zum Online-Kurs
Für einen Überblick über alle meine Page-Builder- und Tool-Vergleiche besuchen Sie gerne meine Übersichtsseite WordPress-Tool-Vergleiche 2026.
Und wo bleibt Elementor?
Die Frage kommt in fast jeder Beratung, deshalb kurz eingeordnet: Divi und Bricks stehen hier für zwei Extreme — das Rundum-Paket und das Werkzeug für Menschen, die Websites bauen. Elementor sitzt zwischen den beiden, und genau deshalb ist es für die meisten Websites die naheliegende Wahl: zugänglicher als Bricks, unabhängiger vom Theme als Divi.
Beide Paarungen habe ich einzeln aufgeschrieben — Elementor vs. Divi und Elementor vs. Bricks.
Elementor Pro: Theme Builder, Formulare und Popups liegen bei Elementor in der Pro-Lizenz — das ist die Ebene, auf der der Vergleich mit Divis Komplettpaket fair wird. Elementor Pro ansehen
Bildquelle Featured & Inline: eigens erstellte Illustrationen im pletzenauer-Design (keine Stock-Fotos).
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