Wenn Sie denselben Abschnitt auf fünf Seiten brauchen — einen Kontakt-Block, eine Referenzen-Leiste, einen Preisvergleich — und ihn fünfmal von Hand nachbauen, ist das nicht nur mühsam. Es wird beim ersten Änderungswunsch zum Problem, weil Sie dann fünf Stellen suchen müssen. Templates lösen genau das.
Die drei Arten von Vorlagen
Elementor kennt mehrere Vorlagentypen, und die Unterscheidung ist wichtiger, als sie zunächst klingt.
Seite — eine komplette Seite mit allen Abschnitten. Nützlich, wenn Sie mehrere ähnlich aufgebaute Seiten anlegen, etwa Leistungsseiten nach demselben Muster.
Abschnitt — ein einzelner Block: die Kontaktzeile, der Call-to-Action, das Team-Raster. In der Praxis der meistgenutzte Typ.
Container — seit der Umstellung auf Flexbox-Container die feinere Variante des Abschnitts. Wenn Sie neu bauen, arbeiten Sie ohnehin mit Containern; warum, steht in Container statt Sections.
Dazu kommen in der Pro-Version die Theme-Bausteine — Kopfbereich, Fußbereich, Beitrags-Layout. Die funktionieren anders und haben einen eigenen Beitrag verdient: Theme Builder für Header und Footer.
Eine Vorlage anlegen
Der schnellste Weg führt über den Editor. Sie bauen den Abschnitt fertig, klicken mit der rechten Maustaste auf den Container-Griff und wählen Als Vorlage speichern. Geben Sie einen Namen, der auch in drei Monaten noch verständlich ist — „Abschnitt 3″ ist kein Name, „CTA Beratungsgespräch“ schon.
Alternativ legen Sie Vorlagen im WordPress-Menü unter Vorlagen → Gespeicherte Vorlagen an und bauen sie dort von Grund auf.
Eine Vorlage einsetzen
Im Editor klicken Sie auf das Ordner-Symbol („Vorlage hinzufügen“), wechseln auf den Reiter Meine Vorlagen und fügen die gewünschte ein. Sie landet als Kopie auf der Seite.
Das ist der entscheidende Punkt: eine eingefügte Vorlage ist eine Kopie. Ändern Sie später die Vorlage, ändern sich die bereits eingefügten Instanzen nicht. Wer das nicht weiß, wundert sich später über inkonsistente Seiten.
Globale Widgets: die Variante, die mitzieht
Genau dafür gibt es globale Widgets. Ein Widget, das Sie als global speichern, existiert nur einmal — alle Verwendungen zeigen auf dieselbe Quelle. Ändern Sie es an einer Stelle, ändert es sich überall.
Sie speichern es per Rechtsklick auf das Widget über Als global speichern. Danach erkennen Sie es im Editor an der gelben Umrandung.
Ideal für Dinge, die überall identisch sein müssen und sich gelegentlich ändern: Telefonnummer, Öffnungszeiten, ein Hinweisbanner, der Button zur aktuellen Aktion. Ich setze globale Widgets vor allem für Kontaktdaten ein — eine geänderte Telefonnummer ist sonst eine Suchaktion über die halbe Website.
Globale Widgets sind eine Pro-Funktion.
Elementor Pro: Globale Widgets und der Theme Builder gehören zu den Funktionen, die den Unterschied im Alltag ausmachen — nicht wegen der Optik, sondern wegen der Wartung. Elementor Pro ansehen
Exportieren und importieren
Jede Vorlage lässt sich als JSON-Datei exportieren und in einer anderen WordPress-Installation wieder einspielen. Das ist praktisch, wenn Sie auf einer Testumgebung bauen und auf die Live-Seite übertragen, oder wenn Sie einen bewährten Abschnitt in ein neues Projekt mitnehmen.
Zwei Dinge, an denen es dabei erfahrungsgemäß hakt:
Bilder werden nicht immer mitgenommen. Prüfen Sie nach dem Import, ob Grafiken tatsächlich vorhanden sind oder nur auf die alte Domain zeigen.
Globale Farben und Schriften kommen nicht mit. Die Vorlage referenziert sie nur. Wenn im Zielsystem andere globale Werte hinterlegt sind, sieht der importierte Abschnitt anders aus — meist ist genau das erwünscht, es überrascht aber beim ersten Mal.
Eine Ordnung, die sich bewährt hat
Ab etwa fünfzehn Vorlagen wird die Liste unübersichtlich. Was sich in meinen Projekten bewährt hat: ein knappes Präfix nach Verwendungszweck — `CTA –`, `Hero –`, `Kontakt –`, `Referenzen –`. Die Liste sortiert alphabetisch, und Verwandtes steht damit beieinander.
Räumen Sie außerdem gelegentlich auf. Vorlagen, die Sie seit einem Jahr nicht eingesetzt haben, sind meist Experimente von damals. Sie kosten keine Ladezeit, aber sie kosten Suchzeit.
Der eigentliche Gewinn
Templates sparen weniger Zeit beim Bauen, als man denkt — der Abschnitt ist ja ohnehin schnell gebaut. Sie sparen Zeit bei der Änderung. Eine Website, die drei Jahre läuft, wird viel öfter geändert als gebaut. Wer von Anfang an mit Vorlagen und globalen Widgets arbeitet, merkt den Unterschied nicht in der ersten Woche, sondern im zweiten Jahr.
Wie Sie eine Website so aufsetzen, dass sie auch nach Jahren wartbar bleibt, ist einer der Schwerpunkte in meiner Elementor-Schulung.
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