Wer sich zum ersten Mal mit WordPress beschäftigt, stolpert innerhalb weniger Minuten über den Namen Elementor. Meist in einer Formulierung wie „damit baust du deine Website ohne Programmieren“. Das stimmt, erklärt aber nicht, was das Ding eigentlich ist und warum es überhaupt existiert. Hier die nüchterne Version.
Die Kurzfassung
Elementor ist ein WordPress-Plugin, mit dem Sie Seiteninhalte visuell gestalten. Statt Text in ein Eingabefeld zu tippen und zu hoffen, dass das Theme daraus etwas Passables macht, ziehen Sie Elemente auf eine Fläche und sehen sofort, wie das Ergebnis aussieht. Was Sie im Editor sehen, ist im Wesentlichen das, was der Besucher später sieht.
Solche Werkzeuge heißen Page Builder. Elementor ist der verbreitetste davon; es läuft auf mehreren Millionen WordPress-Installationen.
Warum es das überhaupt gibt
WordPress war ursprünglich eine Blog-Software. Man schrieb Text, das Theme bestimmte das Aussehen, fertig. Sobald jemand eine Startseite mit drei Spalten, einem Bild-Hintergrund und einem hervorgehobenen Button wollte, wurde es mühsam: entweder ein Theme finden, das genau das kann, oder programmieren.
Page Builder haben diese Lücke geschlossen. Sie erlauben Layouts, die das Theme von sich aus nicht vorsieht — ohne dass Sie CSS oder PHP anfassen müssen.
Inzwischen bringt WordPress mit dem Block-Editor (Gutenberg) selbst ein ähnliches Werkzeug mit. Wie sich die beiden zueinander verhalten und wann welches sinnvoller ist, habe ich im Vergleich Block-Editor gegen Page Builder ausführlich aufgeschrieben.
Wie es sich anfühlt, damit zu arbeiten
Der Aufbau ist schnell erklärt. Links liegt eine Leiste mit Elementen — Überschrift, Text, Bild, Button, Video, Icon und so weiter. Rechts (oder in der Mitte, je nach Ansicht) liegt Ihre Seite. Sie ziehen ein Element hinein, klicken es an, und die linke Leiste wird zum Einstellungsbereich für genau dieses Element.
Diese Einstellungen sind in drei Reiter geteilt, und dieses Muster gilt für jedes Element:
- Inhalt — was drinsteht: der Text, das Bild, das Linkziel.
- Stil — wie es aussieht: Farbe, Schriftgröße, Abstände, Rahmen.
- Erweitert — wo es sitzt und wie es sich verhält: Außenabstände, Sichtbarkeit auf Mobilgeräten, eigene CSS-Klassen.
Wenn Sie diese Dreiteilung einmal verinnerlicht haben, finden Sie sich in jedem Widget zurecht. Das ist der eigentliche Lernschritt — der Rest ist Übung.
Container: der Teil, den viele überspringen
Elemente liegen nicht frei auf der Seite, sondern in Behältern. Diese Container bestimmen die Struktur: wie breit der Inhalt ist, ob Elemente neben- oder untereinander stehen, wie sie sich auf dem Handy umbrechen.
Wer Container ignoriert und einfach Widgets hineinwirft, bekommt Seiten, die auf dem Desktop passabel aussehen und auf dem Handy auseinanderfallen. Das ist mit Abstand der häufigste Fehler, den ich in Schulungen repariere. Ich habe dem Thema deshalb einen eigenen Beitrag gewidmet: Container statt Sections.
Kostenlos oder kostenpflichtig?
Es gibt Elementor in zwei Ausbaustufen. Die kostenlose Version ist vollwertig und reicht für viele Websites aus. Die Pro-Version ergänzt vor allem vier Dinge: ein eigenes Formular-Widget, den Theme Builder für Kopf- und Fußbereich, Popups und dynamische Inhalte.
Welche Version zu Ihnen passt, habe ich in Elementor Free oder Pro durchgerechnet. Kurzfassung: fangen Sie kostenlos an, Sie merken beim Bauen selbst, ob Sie mehr brauchen.
Elementor Pro: Wenn Sie Kopfbereich, Formulare und Popups aus einer Hand wollen, statt drei separate Plugins zu pflegen, liegt das alles in der Pro-Lizenz. Elementor Pro ansehen
Für wen es sich eignet — und für wen nicht
Passend, wenn Sie Ihre Website selbst pflegen wollen, ein Layout im Kopf haben, das Ihr Theme nicht hergibt, und bereit sind, ein paar Stunden in die Grundlagen zu stecken.
Weniger passend, wenn Ihre Seite aus Fließtext besteht und keine besonderen Layouts braucht — dann tut es der Block-Editor. Ebenso, wenn maximale Ladegeschwindigkeit über allem steht: ein Page Builder erzeugt zwangsläufig mehr Markup als handgeschriebener Code. Und wenn Sie ohnehin nie selbst an der Seite arbeiten werden, ist die Lernzeit schlecht investiert.
Ich sage das deutlich, weil Elementor nicht für jede Situation die richtige Antwort ist. Wann ich davon abrate, steht in Wann Elementor die falsche Wahl ist.
Wie Sie am besten anfangen
Installieren Sie die kostenlose Version, legen Sie eine Testseite an, die nie veröffentlicht wird, und bauen Sie dort eine Stunde lang herum. Ziehen Sie Elemente hinein, verschieben Sie sie, schalten Sie in die Handy-Ansicht und sehen Sie sich an, was passiert. Sie lernen in dieser einen Stunde mehr als in fünf Videos.
Wenn Sie den strukturierten Weg bevorzugen und die typischen Stolperstellen lieber überspringen, führe ich Sie in meiner Elementor-Schulung durch genau diese Grundlagen.
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