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WordPress mehrsprachig: TranslatePress vs. WPML vs. Polylang

Drei Sprach-Flaggen über einer WordPress-Seite

Sie wollen Ihre WordPress-Seite zweisprachig oder mehrsprachig betreiben — typischerweise Deutsch und Englisch, in DACH oft auch Italienisch oder Französisch. Drei Plugins beherrschen den Markt: TranslatePress, WPML und Polylang. Sie unterscheiden sich erheblich in Bedienlogik, SEO-Verhalten und Preis. In meinen Schulungen entscheiden wir das Thema oft am Anfang eines Projekts — falsch entschieden, kostet ein späterer Wechsel deutlich mehr als die ursprüngliche Plugin-Lizenz. Hier mein Praxisvergleich.

Drei Sprach-Flaggen über einer WordPress-Seite

Die drei Plugins im Überblick

TranslatePress (gratis-Tier + kostenpflichtige Add-ons, ca. 99 €/Jahr Personal-Tarif): bearbeitet Übersetzungen direkt im Frontend per Visual-Editor. Wer übersetzt, sieht die Seite genau wie der/die Besucher:in und klickt auf Texte zum Übersetzen.

WPML (rein kommerziell, ab 39 $/Jahr Multilingual Blog, 99 $/Jahr Multilingual CMS): der ältere und mächtigere Marktführer. Backend-zentriert, mit String-Tabellen und tiefer WooCommerce-Integration.

Polylang (gratis-Tier + Pro-Lizenz, ca. 99 €/Jahr): Open Source, basiert auf der WordPress-eigenen Sprach-Logik. Pro Sprache wird eine eigene Beitragsversion angelegt.

Frontend-Switcher mit drei Sprachen sichtbar

Vergleich auf einen Blick

Kriterium TranslatePress WPML Polylang
Übersetzungs-UI Frontend Visual Editor Backend String-Editor Backend pro Beitrag
Auto-Übersetzung DeepL / Google integriert DeepL / Google integriert Lingotek-Add-on
WooCommerce-Support Solide Sehr gut (Industriestandard) Pro-Add-on
Page-Builder-Kompatibilität Sehr gut (Elementor/Divi) Sehr gut Gut, aber Mehraufwand
SEO-Plugin-Integration Yoast/Rank Math direkt Tief integriert Tief integriert
URL-Struktur `/de/` `/en/` Subfolder Subfolder, Subdomain, Domain Subfolder, Subdomain
Preis Einstieg/Jahr 0 € (Gratis-Tier) 39 $ 0 € (Gratis-Tier)
Preis voller Funktionsumfang ~99 €/Jahr 99 $/Jahr ~99 €/Jahr
Performance-Last Niedrig Mittel Sehr niedrig
Lernkurve Sehr flach Mittel Mittel
Plugin-Vergleich als Tabelle visuell aufbereitet

TranslatePress — meine Empfehlung für KMU & Solopreneure

Stärken: Ich kann eine Kund:in in fünf Minuten ans Übersetzen heranführen. Klick auf Text → Übersetzung tippen → speichern. Es gibt kein paralleles „Beitrags-Set pro Sprache“ zu verwalten — eine Seite, eine URL pro Sprache, aber im Backend nur ein Eintrag. Auto-Übersetzung mit DeepL ist im Pro-Tarif ein Klick.

Schwächen: Bei sehr großen Seiten (1.000+ Übersetzungs-Strings) wird die Datenbank-Tabelle der Übersetzungen träge. Bei komplexen WooCommerce-Shops mit Steuer-Klassen pro Region ist WPML reifer.

Wann TranslatePress: Dienstleister-Seiten, Vereine, Coaches, Blogs, einfache Shops bis ~200 Produkte. Wenn die Hauptperson, die übersetzt, kein:e Techniker:in ist.

WPML — der Industriestandard für komplexe Setups

Stärken: Tiefste Integration mit allen großen Ökosystemen — WooCommerce, ACF, Yoast, Toolset etc. Eigene API für Übersetzungs-Agenturen. Über 50 unterstützte Sprachen, inklusive Right-to-Left wie Arabisch.

Schwächen: Komplexer im Onboarding. Pflegt zwei Beitrags-Versionen pro Sprache → größere Datenbank, etwas langsamer. Kostenpflichtig — keine Gratis-Version.

Wann WPML: Shops mit > 500 Produkten, mehrsprachige B2B-Sites mit komplexen Custom-Post-Types, Sites, die mit professionellen Übersetzungs-Agenturen via XLIFF arbeiten.

Polylang — der schlanke Open-Source-Weg

Stärken: Geringe Performance-Last. Vollständig Open Source mit Gratis-Tier. WordPress-nahe Architektur: jede Sprache hat eigene Beiträge, die mit `wp_set_post_terms()` verknüpft werden.

Schwächen: WooCommerce-Support nur über kostenpflichtiges Add-on. Frontend-Übersetzung gibt es nicht — alles backend-basiert. Page-Builder-Inhalte (Elementor) brauchen Disziplin: jede sprachliche Variante ist eine eigene Elementor-Seite.

Wann Polylang: Wenn Sie eine Open-Source-First-Politik haben, sehr performance-sensible Seiten oder bewusst kontrollieren wollen, dass jede Sprache ein vollständig eigenes Layout bekommen kann.

Sie wollen die Wahl nicht alleine treffen — und das Setup einmal richtig sehen? In meinem Online-Kurs zeige ich Ihnen, wie ich eine mehrsprachige Seite mit TranslatePress in unter zwei Stunden komplett aufsetze. → Zum Online-Kurs

Die SEO-Punkte, die wirklich entscheiden

Egal welches Plugin — diese drei SEO-Punkte müssen stimmen:

  1. hreflang-Tags müssen sauber gesetzt sein. Alle drei Plugins erzeugen diese automatisch, aber bei eigenen Custom-Templates oft fehlerhaft. Mit der Search Console → Internationale Ausrichtung prüfen.
  2. URL-Struktur als Subfolder (`/de/`, `/en/`) ist für die meisten Fälle die richtige Wahl. Subdomain (`en.example.com`) splittet Domain-Autorität — eher vermeiden. Separate Domains nur, wenn klar getrennte Märkte mit eigenen Brand-Identitäten.
  3. Sprache-Switcher als HTML-Link, nicht als JavaScript-Dropdown. Google folgt JavaScript-Switcher schlechter.

Mehr zu allgemeiner WordPress-SEO in meinen Beiträgen WordPress SEO-Grundlagen und Yoast SEO vs. Rank Math.

Auto-Übersetzung: DeepL ist nicht „fertig“

Alle drei Plugins können automatisch übersetzen, meist über die DeepL-API. Die Qualität ist 2026 gut genug, um ein 80-%-Ergebnis zu liefern. Aber:

  • Eigennamen, Marken-Begriffe, Produkte werden teils übersetzt, obwohl sie nicht sollten. Nachprüfen.
  • CTAs und Headlines sind oft technisch korrekt, aber kulturell unpassend. Manuell glätten.
  • Rechtstexte (Impressum, AGB, Datenschutzerklärung) nie automatisch übersetzen. Jurisdiktion-spezifisch lokalisieren, idealerweise mit einer Anwaltskanzlei vor Ort.

Performance-Effekt mehrsprachiger Plugins

Mehrsprachigkeit kostet immer ein bisschen Performance — typischerweise +100 bis +300 ms TTFB durch zusätzliche Datenbank-Abfragen. Wenn Sie ohnehin am Page Speed arbeiten, wirkt sich das schnell aus. Siehe meinen Pillar-Beitrag WordPress Page Speed 2026 für die kompletten Hebel.

Migrations-Realität: wechseln ist teuer

Ein nachträglicher Plugin-Wechsel ist möglich, aber aufwendig:

  • TranslatePress → WPML: kein direkter Importer. Übersetzungen manuell oder via CSV-Tool transferieren.
  • Polylang → WPML: WPML bietet einen offiziellen Importer.
  • WPML → Polylang: Polylang bietet ebenfalls einen Importer.
  • WPML → TranslatePress: Nur über Export-/Import-Skripte oder eine Agentur.

Faustregel: bei kleiner Seite (< 50 Inhalte) macht ein Wechsel max. 1–2 Tage Arbeit. Bei großen Sites planen Sie ein Wochenend-Projekt mit Backup und Staging.

Häufige Fragen

Welches Plugin nutzen Sie auf wptraining.at?
Aktuell habe ich keine zweite Sprache aktiv. Wenn ich umstellen würde, käme TranslatePress zum Einsatz — passt zu Solo-Trainer-Setups am besten.

Geht das auch ohne Plugin, nur mit einer zweiten WordPress-Installation pro Sprache?
Technisch ja. Aber Sie bezahlen mit doppelter Wartung, doppelten Plugin-Lizenzen und müssen hreflang manuell setzen. Empfehle ich nur in Sonderfällen.

Kann ich nur einzelne Seiten übersetzen, ohne die gesamte Site mehrsprachig zu machen?
Bei TranslatePress: ja, sehr granular. Bei WPML/Polylang: ebenfalls möglich, aber etwas mehr Setup.

Wie wirkt sich Mehrsprachigkeit auf Cookie-Banner und DSGVO aus?
Cookie-Banner werden mehrsprachig ausgespielt. Datenschutzerklärung muss pro Sprache angepasst sein — und sprachlich/rechtlich für die jeweilige Zielgruppe. Mehr im bestehenden Beitrag DSGVO-Compliance Österreich.

Verkraftet ein günstiger Shared-Hoster ein mehrsprachiges WPML-Setup?
Bedingt. Mit Caching ja, ohne wird’s träge. Bei mehr als zwei Sprachen + WooCommerce besser auf WordPress-spezialisierten Hoster wechseln.

Fazit

Drei brauchbare Plugins, drei klare Use-Cases. TranslatePress für die meisten Solopreneure und KMU, WPML für komplexe E-Commerce und große Sites, Polylang für Open-Source-Puristen mit Performance-Fokus. Entscheiden Sie sich früh und richtig — der Wechsel später ist machbar, aber unangenehm.

Wenn Sie nicht raten wollen, sondern an Ihrer eigenen Seite die richtige Wahl treffen wollen, ist mein Online-Kurs der pragmatische Weg dahin: gemeinsam evaluieren wir Ihre Anforderungen und richten das passende Plugin live ein. → Zum Online-Kurs


Bildquelle Featured & Inline: eigens erstellte Illustrationen im pletzenauer-Design (keine Stock-Fotos).

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